Bildung in Deutschland 2012. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur kulturellen Bildung im Lebenslauf

Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben am 22.06.2012 gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) den Bericht "Bildung in Deutschland 2012" vorgestellt. Der vierte Bildungsbericht widmet sich in seinem Schwerpunktkapitel dem Thema "Kulturelle/musisch-ästhetische Bildung im Lebenslauf".
Mit Blick auf die Entwicklung der Bildung in Deutschland insgesamt urteilt der Präsident der Kultusministerkonferenz, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe: "Das Bildungsniveau ist weiter angestiegen. Die Zahl der Abiturienten nimmt zu, die Zahl der Schulabbrecher geht weiter zurück. Dazu beigetragen haben Schulreformen, die die Flexibilität und Durchlässigkeit des Schulsystems im Hinblick auf höhere Schulabschlüsse verbessert haben." Das Bildungsniveau steige aber auch, weil Qualität und Umfang des Bildungs- und Betreuungssystems zugenommen haben. Fast alle drei- bis fünfjährigen Kinder besuchen eine Kindertagesstätte. Mehr als ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler nimmt an Ganztagsangeboten teil, jede zweite Schule hat bereits entsprechende Ganztagsangebote. "Im Bildungsbereich werden seit Jahren mit erkennbarem Erfolg große Anstrengungen unternommen, um die Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu beheben. Die Länder sind mit dem Ausbau von Kindertagesstätten und Ganztagsangeboten sowie zahlreichen Förderangeboten wie beispielsweise der Sprachförderung auf einem richtigen Weg", hob Rabe hervor.
"Der aktuelle Bildungsbericht belegt die hohe Priorität für Bildung in Deutschland und die deutlichen Verbesserungen, die wir in den vergangenen Jahren erreicht haben", betonte Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). "Dies gilt gerade für diejenigen, die es schwerer haben: Es gibt weniger Kinder und Jugendliche in Risikolagen, weniger junge Menschen ohne schulischen oder beruflichen Abschluss. Und wir geben mehr für Bildung aus als jemals zuvor", so die Staatssekretärin weiter. "Allerdings bleibt es eine wichtige Aufgabe, insbesondere Kinder und Jugendliche, die unter ungünstigen Bedingungen aufwachsen, gezielt zu unterstützen. Wir wollen allen faire Chancen bieten", fügte sie hinzu.
Hierzu hat das BMBF kürzlich das Programm "Kultur macht stark" mit breiten außerschulischen Bildungsbündnissen aufgelegt. Bund und Länder werden mit der "Gemeinsamen Qualitätsoffensive Lehrerbildung" innovative Entwicklungen in der Lehrerbildung fördern, damit Lehrerinnen und Lehrer bestmöglich auf ihre wichtige Aufgabe vorbereitet werden. Auch in punkto Weiterbildung gibt es zahlreiche Aktivitäten. So vergibt das BMBF Weiterbildungs- und Aufstiegsstipendien, um begabte Berufstätige zu ermuntern, sich weiter zu qualifizieren, und um die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung weiter zu verbessern.
Ein Kapitel des aktuellen Bildungsberichts ("Ganztägige Bildung und Betreuung in Schulen") beschäftigt sich traditionell mit der Ganztagsschule. In ihm wird deutlich, dass nunmehr 51 Prozent aller deutschen Schulen ein Ganztagsangebot unterbreiten. In allen Schularten sind stetige Zuwächse zu verzeichnen, die bei Grundschulen und Gymnasien am deutlichsten ausfallen. Der Großteil der Angebote findet laut Bildungsbericht in offener Form statt. Genutzt werden offene, teilgebundene und gebundene Ganztagsangebote von 28 Prozent der Schülerinnen und Schüler.
 
Autor/in: Stephan Lüke
Datum: 22.06.2012
© www.ganztagsschulen.org
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